[{"data":1,"prerenderedAt":11},["ShallowReactive",2],{"$f9lxz3qy5937r":3},{"data":4},{"id":5,"slug":6,"path":7,"title":8,"hasEnglish":9,"content":10,"isFallback":9},1,"das-verbot-von-prostitution-zwischen-freiheit-und-zwang-teil-1","\u002Ftexte\u002Fdas-verbot-von-prostitution-zwischen-freiheit-und-zwang-teil-1\u002F1","Das Verbot von Prostitution - Zwischen Freiheit und Zwang (Teil 1)",false,"\u003Cp>\u003Cfont style=\"font-size: 13pt;\" size=\"3\">\u003Cspan lang=\"de-DE\">\u003Cspan style=\"font-style: normal;\">Diese Seite widmet sich der Frage, ob man Prostitution zum Zwecke der erforderlichen geistigen und k&ouml;rperlichen Hygiene einer Gesellschaft und insbesondere zum Schutz der Frauen vor Ausbeutung und Menschenhandel nicht besser konsequent verbieten sollte, wie es in zahlreichen L&auml;ndern in unterschiedlicher Sch&auml;rfe bereits gehandhabt wird. Um dieses Ziel in Deutschland, dem gr&ouml;&szlig;ten Sexmarkt Europas, zu erreichen, hat die bekannte Frauenrechtlerin Alice Schwarzer in 2013 eine forcierte Anti-Prostitutions-Kampagne eingeleitet; herausgekommen ist dabei das deutsche Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG), das zum 01.07.2017 in Kraft getreten ist und seitdem f&uuml;r reichlich Konfusion in der Branche gesorgt hat. \u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cfont style=\"font-size: 13pt;\" size=\"3\">\u003Cspan lang=\"de-DE\">\u003Cspan style=\"font-style: normal;\">In \u003Cstrong>Teil 1 \u003C\u002Fstrong>dieses Beitrags werden als Einleitung zun&auml;chst einige grunds&auml;tzliche und auch provokante &Uuml;berlegungen angestellt. Im Anschluss daran folgen drei ausf&uuml;hrliche Pl&auml;doyers, die die Positionen der jeweiligen Seite pro und contra Prostitution charakterisieren; zun&auml;chst in Teil 1 von Alice Schwarzer als der f&uuml;hrenden Vertreterin der Prostitutionsgegner. Angef&uuml;gt daran ist ein Offener Brief der Freieroffensive an Alice Schwarzer.\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cfont style=\"font-size: 13pt;\" size=\"3\">\u003Cspan lang=\"de-DE\">\u003Cspan style=\"font-style: normal;\">In \u003Cspan style=\"text-decoration: underline;\">\u003Ca href=\"\u002Ftexte\u002Fdas-verbot-von-prostitution-zwischen-freiheit-und-zwang-teil-2\u002F2\">\u003Cstrong>Teil 2\u003C\u002Fstrong>\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fspan> schlie&szlig;en sich drei Stellungnahmen von Do&ntilde;a Carmen e.V. \u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fspan>Verein f&uuml;r soziale und politische Rechte von Prostituierten an. \u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cfont style=\"font-size: 13pt;\" size=\"3\">\u003Cspan lang=\"de-DE\">\u003Cspan style=\"font-style: normal;\">In \u003Cspan style=\"text-decoration: underline;\">\u003Ca href=\"\u002Ftexte\u002Fdas-verbot-von-prostitution-zwischen-freiheit-und-zwang-teil-3\u002F3\">\u003Cstrong>Teil 3\u003C\u002Fstrong>\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fspan> folgt schlie&szlig;lich eine Reihe von lesenswerten und nachdenklich stimmenden Artikeln zu diesem Thema, die vorwiegend in &uuml;berregionalen und allgemein bekannten, der Prostitution fern stehenden Tages- oder Wochenzeitungen ver&ouml;ffentlicht wurden und insbesondere als Reaktion auf die oben erw&auml;hnte Kampagne von Alice Schwarzer zu verstehen sind.\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Sex ist die wichtigste Handelsware der Frau, sexuelle Gunst ist ihr wichtigstes Lockmittel, sexueller Boykott ihre sch&auml;rfste Waffe. Die Prostituierte verschleudert diese Ware unter Wert und sie verletzt den sexuellen Boykott. \u003Cspan lang=\"de-DE\">\u003Cspan style=\"background: #ffffff none repeat scroll 0% 0%;\">Charles Bukowski hat einmal sinngem&auml;&szlig; geschrieben, dass die Ehefrau Prostituierte nicht m&ouml;ge, weil sie das W&auml;hrungssystem M&ouml;se inflationierten (&bdquo;Die Einstellung der professionellen Hure \u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fspan>\u003Cem>\u003Cspan lang=\"de-DE\">\u003Cspan style=\"background: #ffffff none repeat scroll 0% 0%;\">inflationiert\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fem>\u003Cspan lang=\"de-DE\">\u003Cspan style=\"background: #ffffff none repeat scroll 0% 0%;\"> das \u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fspan>\u003Cem>\u003Cspan lang=\"de-DE\">\u003Cspan style=\"background: #ffffff none repeat scroll 0% 0%;\">W&auml;hrungssystem M&ouml;se&ldquo;).\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fem>\u003C\u002Fstrong>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp lang=\"el-GR\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal;\">\u003Cstrong>Die Prostituierte bricht den weiblichen Konsens, demzufolge Sexualit&auml;t so teuer wie nur m&ouml;glich verkauft werden muss, sie schert aus aus dem Kartell der Sexanbieterinnen, sie betreibt Dumping, sie wechselt ins Lager des Feindes. Sie macht aus einer Beziehung, die auf typisch weibliche Art als gro&szlig;e emotionale Erpressung organisiert sein sollte, ein faires Gesch&auml;ft unter Gleichen auf M&auml;nnerart. Darum hassen die Frauen die Prostituierten.\u003C\u002Fstrong>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp lang=\"de-DE\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal;\">\u003Cstrong>Auch wenn das alles wahr ist: Warum machen M&auml;nner beim Feldzug gegen die Prostitution mit?\u003C\u002Fstrong>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp lang=\"de-DE\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal;\">\u003Cspan style=\"background: #ffffff;\">\u003Cstrong>M&auml;nner haben daf&uuml;r diverse Motive, resultierend aus unterschiedlichen Interessen und Sachzw&auml;ngen. \u003C\u002Fstrong>\u003Cstrong>F&uuml;r erfolgreiche M&auml;nner mit Frau und Geliebter, oder wechselnden Geliebten, oder Trophy-Wife, ist der Sex ein Statussymbol. Wieso sollte es also Sex f&uuml;r jedermann f&uuml;r kleines Geld geben? Aus dem gleichen Grund kann man auch Bordelle, Laufh&auml;user und Stra&szlig;enstrich bek&auml;mpfen, aber (teure) Escorts und Callgirls dulden, wie in Frankreich.\u003C\u002Fstrong>\u003Cstrong>M&auml;nner haben T&ouml;chter, insbesondere &auml;ltere M&auml;nner, die entweder selbst nicht mehr auf st&auml;ndigen Sex aus sind oder Geld f&uuml;r Geliebte und Callgirls haben. Es liegt in ihrem Interesse, den Marktwert ihrer T&ouml;chter zu wahren.\u003C\u002Fstrong>\u003Cstrong>M&auml;nner stehen unter dem Pantoffel, weil ihre Frauen die Beziehung als gro&szlig;e emotionale Erpressung gestalten. Erstens tun sie sowieso, was ihre Frauen wollen, und zweitens haben sie nichts davon, wenn es anderen besser geht.\u003C\u002Fstrong>\u003Cstrong>M&auml;nner sind, wenn sie im Rampenlicht stehen, gro&szlig;e Heuchler.\u003C\u002Fstrong>\u003Cstrong>In Gesellschaften mit einem &Uuml;berschuss an sexuell frustrierten jungen M&auml;nnern besteht f&uuml;r die M&auml;chtigen die M&ouml;glichkeit, deren Sexualtrieb f&uuml;r ihre Zwecke auszunutzen, indem sie ihnen etwa Frauen als Kriegsbeute versprechen - oder 72 Jungfrauen im Jenseits.\u003C\u002Fstrong>\u003Cstrong>Und schlie&szlig;lich gibt es M&auml;nner, die aus ehrlicher &Uuml;berzeugung gegen die Prostitution sind, weil sie sie f&uuml;r ausbeuterisch oder gemeinschaftssch&auml;dlich oder gottlos halten. \u003C\u002Fstrong>\u003Cstrong>Aber ein gro&szlig;es, gemeinsames, verbindendes Interesse des ganzen m&auml;nnlichen Geschlechts an der Bek&auml;mpfung der Prostitution, das sich in irgendeiner Form Bahn brechen \u003Cem>muss\u003C\u002Fem>, das gibt es \u003Cem>nicht\u003C\u002Fem>. Das gibt es aber beim weiblichen Geschlecht.\u003C\u002Fstrong> \u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Eine Dienstleistung wie jede andere &ndash; Prostitution, Bordellbetreibung und alles, was zum Erotik-Bereich dazugeh&ouml;rt. Oder doch nur Mittel zum Zweck, um mit einer schmutzigen T&auml;tigkeit an m&ouml;glichst viel Geld zu kommen? Sollte man dem &auml;ltesten Gewerbe der Welt daher mit einem Gesetz endg&uuml;ltig den Garaus machen? Eine Frage, der sich nicht nur Sandra Maischberger und ihre G&auml;ste im November 2013 w&auml;hrend einer Diskussionsrunde widmeten.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Immer noch stark umstritten sind die Meinungen zum Thema Prostitution und die Grenze zwischen freiwilliger und Zwangsprostitution scheint nahtlos ineinander &uuml;berzugreifen. Um sich diesem Thema angemessen zu n&auml;hern, muss zun&auml;chst einmal definiert werden, ab wann etwas freiwillig geschieht und wo der Zwang beginnt. Geschieht etwas aus Freiwilligkeit, dann, so der Duden: &bdquo;aus eigenem freiem Willen geschehend; ohne Zwang ausgef&uuml;hrt&ldquo;. Zwang hingegen hat viele Definitionen und mindestens genauso viele Arten, sich zu zeigen. Eines ist jedoch sicher: Er nimmt dem Opfer, das ihm unterliegt, jegliche Entscheidungsm&ouml;glichkeit und unterstellt ihn somit einem so starken Einfluss, dass sich diesem nicht entzogen werden kann. Die sogenannte &bdquo;Armutsprostitution&ldquo; z&auml;hlt also strenggenommen nicht zur Zwangsprostitution, da das &Uuml;berleben auch auf andere Arten gesichert werden k&ouml;nnte und somit kein Zwang zur Prostitution besteht, dem man sich nicht entziehen k&ouml;nnte. Wenn man denn wollte. Doch Feministinnen wie Alice Schwarzer sehen das anders: &bdquo;Wir m&uuml;ssen den Verursacher beim Namen nennen: Die M&auml;nner. Es g&auml;be keine Prostitution, wenn M&auml;nner keine M&auml;dchen und Frauen kaufen w&uuml;rden.&ldquo;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Nat&uuml;rlich. Und es g&auml;be keine Automobilhersteller mehr, wenn fortan alle Menschen zu Fu&szlig; gehen w&uuml;rden. &ndash; Logische Konsequenz: Die Arbeitslosenquote steigt. Ganz zu schweigen davon, dass es durchaus auch m&auml;nnliche Prostituierte gibt und Frauen, die daf&uuml;r zahlen. Doch nicht nur das! Auch w&uuml;rde ein Verbot von Prostitution oder eine Bestrafung der Freier, wie es das schwedische Modell vormacht, zu viel mehr illegalen T&auml;tigkeiten und Kriminalit&auml;t f&uuml;hren, da die Menschen dennoch ihre Lust nach solchen nat&uuml;rlichen Grundbed&uuml;rfnissen befriedigen wollen, ja sogar m&uuml;ssen, und somit andere Wege suchen, um ihren Hunger zu stillen. Sie kommen zum Beispiel in L&auml;nder wie Deutschland, in denen Prostitution noch erlaubt ist und sorgen dort daf&uuml;r, dass die Nutzungsrate steigt.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Kurzum hie&szlig;e das: Verb&ouml;te man Prostitution auch in Deutschland, w&uuml;rden Bordelle illegal betrieben, die Mieten f&uuml;r Zimmer teurer werden und die Prostituierte w&auml;ren gezwungen, t&auml;glich entweder mehr Kunden zu &bdquo;bedienen&ldquo; oder sich ins Ausland abzusetzen. Eine diskutable L&ouml;sung? Wohl kaum. Schwarzer w&uuml;rde jetzt h&ouml;chstwahrscheinlich damit argumentieren, dass sich in einem solchen Falle die Arbeiter\u002Finnen in diesem Gewerbe doch liebend gerne eine andere Arbeit suchen k&ouml;nnen und das eigentlich auch wollen. Denn alle Prostituierten &uuml;bten ihre T&auml;tigkeit ja unter Zwang aus, versteht sich.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Dass diese Meinung nur von geringem Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen und fehlender Akzeptanz anderer Meinungen herr&uuml;hrt, ist offenkundig. Die Gegenposition der Feministinnen sind Sexarbeiter\u002Finnen, die ihren Beruf freiwillig ergriffen haben und gerne aus&uuml;ben. Doch ebendiesen wird die Stimme einfach genommen. Sie werden als &bdquo;psychisch krank&ldquo; oder &bdquo;zur Prostitution gezwungen&ldquo; deklariert und mit Opfern von Menschenhandel gleichgesetzt. Jonas Trolle, ein Polizist aus Schweden, betont sogar: &bdquo;Niemand &uuml;bt diesen Beruf freiwillig aus.&ldquo; und hat mit seiner Meinung viele Aktivisten und Feministinnen auf seiner Seite.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Dass Prostitution durchaus freiwillig erfolgen kann und in so einem Fall eine v&ouml;llig normale Dienstleistung wie jede andere ist und mit Menschenhandel rein gar nichts zu tun hat, scheint f&uuml;r Schwarzer, Trolle und Co. vollkommen indiskutabel. Es scheint, als w&auml;re etwas, nur weil es unter Zwang nicht in Ordnung ist, auch freiwillig nicht in Ordnung. Im Endeffekt also wie Feldarbeit in Afrika. Zwingt man Menschen dazu, dann ist es absolut menschenunw&uuml;rdig. Keine Frage. Die Arbeit auf dem Feld an sich ist allerdings, unter der Bedingung, dass es freiwillig geschieht, eine v&ouml;llig zumutbare M&ouml;glichkeit, seinen Unterhalt zu verdienen. Ein Dilemma, aus dem es unm&ouml;glich scheint, auszubrechen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Das mag unter anderem auch daran liegen, dass es keine eindeutigen Zahlen dar&uuml;ber gibt, wie viele Arbeiter\u002Finnen auf freiwilliger Basis ihrem Beruf nachgehen. Nur im Bereich der Prostitution wisse man angeblich genau, dass die Zahl derer, die zwangsprostituiert, verschleppt und verkauft werden, erschreckend hoch sei. Laut dem Hauptkommissariat M&uuml;nchen arbeiten 90% der Prostituierten in Deutschland als Zwangsprostituierte, wie Kommissar Helmut Sporer darlegt. Auch Frau Schwarzer wirft in diversen Medien bis heute immer wieder mit bemerkenswert hohen Zahlen um sich: 90% der Prostituierten st&uuml;nden unter Zwang, au&szlig;erdem k&auml;men 90% der Sexarbeiterinnen aus Osteuropa und sowieso seien &bdquo;&uuml;ber 90%&ldquo; der Damen schon im Kindesalter missbraucht worden. Eine Quelle f&uuml;r diese Behauptungen gibt es allerdings nicht. Doch wie sieht es mit den Zahlen der ordentlich eingetragenen Mitarbeiter\u002Finnen im Prostitutionsgewerbe aus? Fehlanzeige. Ein Grund daf&uuml;r k&ouml;nnte sein, dass viele nur zeitweilig in diesem Gewerbe t&auml;tig sind. Allerdings sind Zahlen wie die der Polizei M&uuml;nchen weder stichhaltig noch mit zuverl&auml;ssigen Daten zu belegen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Traurig, aber wahr: Anscheinend wird Prostitution in der heutigen Gesellschaft immer noch als schmutzig und versaut angesehen und sowohl Bordellbetreiber als auch Sexarbeiter\u002Finnen und Kunden f&uuml;hlen sich gen&ouml;tigt, ihre Interessen und Berufe zu verheimlichen, sich teilweise sogar daf&uuml;r sch&auml;men zu m&uuml;ssen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ihnen auferlegt wird, ihre Arbeit k&ouml;nne doch keinen Spa&szlig; machen und sei daher menschenunw&uuml;rdig. Ergo muss Arbeit also Spa&szlig; machen, um anerkannt zu werden. Doch was ist mit &bdquo;normaler&ldquo; Arbeit wie zum Beispiel Kanalreinigung? Wenn diese den Arbeitern keinen Spa&szlig; macht, ist sie dann ebenfalls menschenunw&uuml;rdig? Wohl kaum. Auch Amber Lain, ehemalige freiwillige Sexarbeiterin und heute Bordellbesitzerin, h&auml;lt dagegen: &bdquo;Prostitution ist, nat&uuml;rlich auf Basis des eigenen Willens, eine Dienstleistung wie jede andere. Prostitution ist nicht gleich Menschenhandel. Und eine Sexarbeiterin keineswegs psychisch krank oder ein Opfer.&ldquo; Aber es ist selbstverst&auml;ndlich einfacher und bequemer, gegen etwas zu polemisieren, als sich die M&uuml;he zu machen, die Sichtweise zu &auml;ndern und es so zu verstehen. Sogar die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht sich auf einer Abstimmung in Dublin positiv f&uuml;r die Legalisierung von Prostitution aus.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cfont size=\"3\">**************************************************************************************\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cfont size=\"3\">\u003Cfont size=\"3\">**************************************************************************************\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cfont size=\"3\">\u003Cfont size=\"3\">\u003Cfont size=\"3\">**************************************************************************************\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Ch1 class=\"western\" style=\"margin-top: 0cm; margin-bottom: 0cm;\">\u003Cfont style=\"font-size: 15pt;\" size=\"4\">Liebe Bef&uuml;rworterinnen der freiwilligen Prostitution!\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fh1>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">\u003Cfont size=\"2\">ver&ouml;ffentlicht am 14. August 2014 von \u003Ca href=\"https:\u002F\u002Fwww.aliceschwarzer.de\u002Fauthors\u002F1-alice-schwarzer-0\">Alice Schwarzer\u003C\u002Fa>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Sollte die Reform des fatalen Prostitutionsgesetzes von 2002 jetzt scheitern, dann liegt das an euch: den linken Frauen. Ihr, die engagierten Frauen in der SPD und bei den Gr&uuml;nen oder Linken; ihr, die aufrechten Protestantinnen; ihr, die coolen Szene-Bloggerinnen seid f&uuml;hrend bei der Bef&uuml;rwortung der Prostitution (Die M&auml;nner halten sich auffallend zur&uuml;ck). Und ihr meint das vielleicht sogar auch noch gut. Denn ihr haltet eine &Auml;chtung der Prostitution letztendlich f&uuml;r die &Auml;chtung einer freien Sexualit&auml;t.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Ihr scheint fasziniert von dem, was ihr in \u003Cem>Brigitte\u003C\u002Fem> oder \u003Cem>Zeit\u003C\u002Fem> oder\u003Cem> taz\u003C\u002Fem> &uuml;ber &bdquo;gl&uuml;ckliche Sexarbeiterinnen&ldquo; schreibt bzw. lest. Vor den hunderttausenden, meist osteurop&auml;ischen, Elendsprostituierten verschlie&szlig;t ihr die Augen. Stattdessen idealisiert ihr die paar tausend, meist deutschen, so genannten &bdquo;freiwilligen&ldquo; Prostituierten, die es hierzulande noch gibt. Das sind Gelegenheitsprostituierte, das sind selbstst&auml;ndige Dominas oder Ex-Prostituierte, die l&auml;ngst ein eigenes &bdquo;Studio&ldquo; betreiben, wo sie andere Frauen f&uuml;r sich &shy;anschaffen lassen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Ist euch eigentlich klar, dass eure Pro-Prostitutions-Haltung einmalig ist auf der Welt, ein echtes deutsches Ph&auml;nomen? In L&auml;ndern wie Frankreich, Schweden oder Amerika w&uuml;rdet gerade ihr vermutlich ganz anders denken. Denn da bezeichnet man die Prostitution als &bdquo;White Slavery&ldquo;, und sind fortschrittliche Frauen zwar selbstverst&auml;ndlich solidarisch mit Prostituierten, kritisieren bzw. bek&auml;mpfen jedoch das System Prostitution.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Dieses System, das aus Frauen das k&auml;ufliche Geschlecht macht &ndash; und das ausgerechnet in einer Zeit, in der der &bdquo;kommunikative Sex&ldquo;, also eine wirklich gleichberechtigte und gegenseitige Sexualit&auml;t zwischen den Geschlechtern, zunimmt (wie auch die SexualforscherInnen konstatieren). Eure Verharmlosung und Bejahung des kommerzialisierten Sex aber dreht diese positive Entwicklung &shy;zur&uuml;ck.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Wie konnte es zu so einem Missverst&auml;ndnis kommen? Was k&ouml;nnte der Grund daf&uuml;r sein, dass ihr vor den Motiven der Freier die Augen verschlie&szlig;t und gleichzeitig so hartn&auml;ckig die Lebensrealit&auml;t der Frauen in der Prostitution leugnet? Dabei m&uuml;sstet ihr doch nur hinsehen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Wir &Auml;lteren erinnern uns. Es hat angefangen, ja, im Namen des Feminismus. Das war Ende der 70er Jahre. Da erschienen die ersten Texte dar&uuml;ber, wie schick es sei, sich zu prostituieren: in der feministischen Courage, im anarcho-linken Pflasterstrand, in der \u003Cem>taz\u003C\u002Fem>. Meist waren es Studentinnen, die als Gelegenheitsprostituierte jobbten. Sie wussten zu berichten, wie &bdquo;geil&ldquo; es sei, mal eine schnelle Nummer f&uuml;r gutes Geld zu machen. Oder wie leicht es sei, in der Peepshow ein paar Mark f&uuml;r die WG-Kasse dazu zu verdienen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Das waren die T&ouml;chter der &bdquo;sexuellen &shy;Revolution&ldquo;. Doch da hatten Feministinnen &ndash; wie Kate Millett in &bdquo;Sexus und Herrschaft&ldquo; (1971) und &bdquo;Das verkaufte Geschlecht&ldquo; (1975) oder Shulamith Firestone mit &bdquo;Frauenbefreiung und sexuelle Revolution&ldquo; (1974) sowie ich im &bdquo;Kleinen Unterschied&ldquo; (1975) &ndash; schon l&auml;ngst analysiert: Diese Art von &bdquo;sexueller Revolution&ldquo; war nur die andere Seite der Medaille des b&uuml;rgerlichen Miefs. Wir Frauen, die wir bisher nur einem Mann zu geh&ouml;ren hatten, sollten nun allen M&auml;nnern geh&ouml;ren.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Eine der Folgen der neuen Libertinage war, dass sich so manche &bdquo;sexuell Befreite&ldquo; sagte: Warum dann nicht auch gleich daf&uuml;r kassieren? Das waren Frauen, die im Zuge der Gleichberechtigung die traditionell m&auml;nnliche Trennung von Gef&uuml;hl und Sex &uuml;bernommen hatten &ndash; oder aber aus den hinl&auml;nglich bekannten Gr&uuml;nden noch nie Gef&uuml;hle beim Sex gehabt hatten. In der Tat, warum dann also nicht gleich kassieren?\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Wenige Stimmen, darunter EMMA, stellten sich von Anbeginn an gegen diese Pervertierung der sexuellen Befreiung. Dabei gingen und gehen wir Feministinnen selbstverst&auml;ndlich nicht von einer &shy;nat&uuml;rlichen &bdquo;weiblichen&ldquo; bzw. &bdquo;m&auml;nnlichen&ldquo; Sexualit&auml;t aus. Sexualit&auml;t ist Kultur, ist &shy;erlernt. Und der Anspruch, dass Sexualit&auml;t &amp; Liebe Hand in Hand gehen, ist &uuml;brigens relativ neu. Im Patriarchat war Sexualit&auml;t f&uuml;r M&auml;nner nichts als eine Art &bdquo;Branding&ldquo; der Frauen, eine Machtaus&uuml;bung &uuml;ber Frauen; dabei unterschieden die M&auml;nner zwischen &bdquo;Heiligen&ldquo;, die ihnen allein geh&ouml;rten, und &bdquo;Huren&ldquo;, die allen geh&ouml;rten.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Das hat sich nicht zuletzt dank der Frauenbewegung ge&auml;ndert. Die meisten Frauen haben heute eine weitgehend selbstbestimmte Sexualit&auml;t und ein eigenes Begehren. Sollen also ausgerechnet wir fortschrittlichen Frauen jetzt zur Wiederherstellung der alten Ordnung beitragen, indem wir das System Prostitution akzeptieren? Im Namen der Emanzipation? Und des Profits! Denn die Profitraten in Prostitution und Menschenhandel, beide untrennbar miteinander verkn&uuml;pft, liegen heute bei locker &shy;tausend Prozent. Der global organisierte Handel mit Frauen bringt mindestens &shy;soviel wie der mit Drogen und Waffen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Werden die Menschen sich in zwanzig, drei&szlig;ig Jahren zur&uuml;ckwenden und sagen: Wie konnte das passieren? Wie konnten wir das zulassen! Vielleicht. Aber das tr&ouml;stet mich nicht. Wir m&uuml;ssen jetzt handeln! Jeder Tag kostet zerschundene K&ouml;rper und tote Seelen. Darum m&uuml;ssen wir im Gespr&auml;ch bleiben. Und darum interessieren mich eure Motive.\u003C\u002Fp>\n\u003Cul>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Glaubt ihr, dass es M&auml;nnern gef&auml;llt, wenn ihr pro Prostitution seid? &ndash; Oder verachten nicht gerade M&auml;nner das, weil sie viel besser wissen, was Prostitution wirklich ist?\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Glaubt ihr, Prostitution sei sexy, weil ihr selber manchmal &bdquo;schmutzige&ldquo; Fantasien habt, in denen ihr euch &bdquo;verkauft&ldquo;? &ndash; Dann solltet ihr den Unterschied zwischen Fantasie und Realit&auml;t bedenken.\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Glaubt ihr, Prostitution sei identisch mit Sexualit&auml;t? &ndash; Dann solltet ihr mal Prostituierte und Freier nach ihren wahren Motiven und wahren Gef&uuml;hlen fragen (nicht die, die sie ihren Kunden vorspielen). Frauen, die sich prostituieren, geht es ums Geld, meist haben sie keine andere Wahl. Freiern geht es um Machtaus&uuml;bung: Einmal nicht diskutieren bzw. nach ihrem Begehren fragen, sondern einfach fordern.\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Glaubt ihr, es g&auml;be Prostituierte, denen das Spa&szlig; macht? &ndash; Dann solltet ihr mal die wunden Vaginas und zerrissenen M&uuml;nder der Prostituierten sehen, die zehn, zwanzig Freier am Tag f&uuml;r 20, 30 Euro pro Nummer akzeptieren m&uuml;ssen. F&uuml;rs schiere &Uuml;berleben.\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Glaubt ihr, dass wir uns nicht einzumischen haben in die Verh&auml;ltnisse, unter denen die Mehrheit der Prostituierten in Deutschland arbeitet? &ndash; Aber warum protestiert ihr dann gegen die Arbeitsbedingungen von ArbeiterInnen bei Amazon? Die bekommen immerhin einen Lohn &uuml;ber dem Mindestlohn und leben in Containern. Die meisten Elendsprostituierten tr&auml;umen (nach Abzug der Zimmermiete) von einem solchen Stundenlohn. Und sie m&uuml;ssen in der Regel in den Betten schlafen, in denen sie die Freier bedienen.\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">​Glaubt ihr, es sei altmodisch zu sagen: Der K&ouml;rper ist keine Ware? Und denkt ihr, dass man im Kapitalismus alles verkaufen sollte, was kommerzialisierbar ist? &ndash; Dann m&uuml;sstet ihr zum Beispiel auch f&uuml;r die Legalisierung des Organhandels sein oder der Leihmutterschaft.\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Glaubt ihr, man k&ouml;nnte, ja sollte Sexualit&auml;t und Gef&uuml;hl trennen? &ndash; Oder kennt ihr in Wahrheit selber die Leere, die diese Trennung zur&uuml;ck l&auml;sst?\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Glaubt ihr, &bdquo;diese Frauen&ldquo; seien eben anders als ihr? &ndash; Oder seid ihr einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort geboren?\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp>​Glaubt ihr &hellip;\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003C\u002Ful>\n\u003Cp>Doch was immer ihr glaubt, liebe &shy;Frauen: Denkt es zu Ende. Was w&auml;re, wenn ihr selber in dieser Lage w&auml;rt? In der Lage dieser so fernen Prostituierten, gegen&uuml;ber auf dem Stra&szlig;enstrich oder nebenan im &bdquo;Modelstudio&ldquo; bzw. im Bordell.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Und was immer ihr glaubt, bedenkt, wie allein schon die M&ouml;glichkeit, zu einer Prostituierten zu gehen, das Begehren und den Blick eines Mannes und eurer S&ouml;hne pr&auml;gen kann. Ein Blick, der sich auch auf euch und eure T&ouml;chter richtet.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Und vor allem: Habt Mitgef&uuml;hl! Habt Mitgef&uuml;hl mit den Hunderttausenden von Frauen, die das materielle oder seelische Elend in die Prostitution treibt. Wendet euch nicht ab von diesen Frauen. Tragt bei zu ihrem Schutz &ndash; und zu ihrer realen Chance auf ein menschenw&uuml;rdiges Leben. Ein Leben, wie wir, ihr und ich, es so selbstverst&auml;ndlich f&uuml;hren.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cem>Alice Schwarzer\u003C\u002Fem>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cem>Quelle: \u003C\u002Fem>\u003Ca href=\"https:\u002F\u002Fwww.aliceschwarzer.de\u002Fartikel\u002Fliebe-befuerworterinnen-der-freiwilligen-prostitution-317539\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u003Cem>https:\u002F\u002Fwww.aliceschwarzer.de\u002Fartikel\u002Fliebe-befuerworterinnen-der-freiwilligen-prostitution-317539\u003C\u002Fem>\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cem>\u003Cfont size=\"3\">**************************************************************************************\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fem>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Ch1 class=\"western\" lang=\"de-DE\" style=\"font-style: normal;\">\u003Cfont style=\"font-size: 15pt;\" size=\"4\">\u003Cspan style=\"background: #ffffff;\">An die Bundeskanzlerin und den Bundestag\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fh1>\n\u003Cp lang=\"de-DE\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: normal;\">\u003Cfont style=\"font-size: 15pt;\" size=\"4\">\u003Cspan style=\"background: #ffffff;\">\u003Cfont size=\"2\">ver&ouml;ffentlicht im Herbst 2013 von \u003Ca href=\"https:\u002F\u002Fwww.aliceschwarzer.de\u002Fauthors\u002F1-alice-schwarzer-0\">Alice Schwarzer\u003C\u002Fa>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Prostitution ist &bdquo;das &auml;lteste Gewerbe der Welt&ldquo;? Prostitution ist &bdquo;ein Beruf wie jeder andere&ldquo;? Prostitution wird es immer geben, denn ihre Abschaffung ist utopisch? Falsch. Auch die Abschaffung der Sklaverei galt vor gar nicht so langer Zeit noch als Utopie. Und auch wenn die Sklaverei aus unserer Welt keineswegs ganz verschwunden ist, so w&auml;re es heutzutage f&uuml;r einen aufgekl&auml;rten, demokratischen Staat doch undenkbar, die Sklaverei zu tolerieren oder gar zu propagieren.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Doch genau das tut Deutschland mit der Prostitution: Es toleriert, ja f&ouml;rdert diese moderne Sklaverei (international &bdquo;white slavery&ldquo; genannt). Die Reform des Prostitutionsgesetzes 2002, die angeblich den gesch&auml;tzt 700.000 Frauen (Mittelwert) in der Prostitution nutzen sollte, tr&auml;gt die Handschrift der Frauenh&auml;ndler und ihrer LobbyistInnen. Seither ist Deutschland zu Europas Drehscheibe f&uuml;r Frauenhandel und zum Paradies der Sextouristen aus den Nachbarl&auml;ndern geworden. Ein deutscher Sonderweg. Selbst die Niederlande rudern zur&uuml;ck. Die skandinavischen L&auml;nder haben schon vor Jahren die &Auml;chtung und Bestrafung der Freier eingef&uuml;hrt. Und Frankreich und Irland sind im Begriff, es ihnen nachzutun.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Weltweit sind Frauenhandel und Prostitution, beides untrennbar miteinander verbunden, heute neben dem Waffen- und Drogenhandel das Gesch&auml;ft mit den h&ouml;chsten Profitraten (&uuml;ber 1.000 Prozent). Profit nicht f&uuml;r die Frauen. Selbst die Minderheit deutschst&auml;mmiger Prostituierter, oft schon als Kinder Opfer sexu&shy;eller Gewalt, landet zu &uuml;ber 90 Prozent in der Altersarmut. Ganz zu schweigen von den Ausl&auml;nderinnen aus der Armuts- und Zwangsprostitution.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Das System Prostitution ist Ausbeutung und zugleich Fortschreibung der traditionell gewachsenen Ungleichheit zwischen M&auml;nnern und Frauen (und L&auml;ndern\u002FKontinenten). Das System Prostitution degradiert Frauen zum k&auml;uflichen Geschlecht und &uuml;berschattet die Gleichheit der Geschlechter. Das System Prostitution brutalisiert das Begehren und verletzt die Menschenw&uuml;rde von M&auml;nnern und Frauen &ndash; auch die der sogenannt &bdquo;freiwilligen&ldquo; Prostituierten.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Darum fordern wir von Politik und Gesellschaft:\u003C\u002Fp>\n\u003Cul>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Eine Gesetzes&auml;nderung, die der Deregulierung von Frauenhandel und Prostitution schnellstm&ouml;glich Einhalt gebietet und die Frauen sowie die Minderheit m&auml;nnlicher Prostituierter sch&uuml;tzt.\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Pr&auml;vention in Deutschland und in den Herkunftsl&auml;ndern, sowie Hilfen zum Ausstieg f&uuml;r Frauen in der Prostitution. Und Schutz vor Abschiebung von Zeuginnen sowie deren Aufenthaltsrecht.\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Aufkl&auml;rung &uuml;ber die Folgen von Frauenkauf bereits in den Schulen etc.\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">&Auml;chtung und, wenn n&ouml;tig, auch Bestrafung der Freier; also der Frauenk&auml;ufer, ohne die dieser Menschenmarkt nicht existieren w&uuml;rde.\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003Cli>\n\u003Cp>Ma&szlig;nahmen, die kurzfristig zur Eind&auml;mmung und langfristig zur Abschaffung des Systems Prostitution f&uuml;hren.\u003C\u002Fp>\n\u003C\u002Fli>\n\u003C\u002Ful>\n\u003Cp>Ein menschenw&uuml;rdiges Leben ist denkbar.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp lang=\"de-DE\" style=\"font-style: normal;\">\u003Cspan style=\"background: #ffffff;\">Quelle: \u003C\u002Fspan>\u003Ca href=\"https:\u002F\u002Fwww.emma.de\u002Funterzeichnen-der-appell-gegen-prostitution-311923\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\u002F\u002Fwww.emma.de\u002Funterzeichnen-der-appell-gegen-prostitution-311923\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cfont size=\"3\">**************************************************************************************\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Ch2 class=\"western\">&bdquo;\u003Cfont style=\"font-size: 15pt;\" size=\"4\">Nur eine Welt ohne Prostitution ist human&ldquo; \u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fh2>\n\u003Cp>\u003Cfont size=\"2\">Interview mit Alice Schwarzer, ver&ouml;ffentlicht am 04. November.2013 von J&ouml;rg Eigendorf, Marc Neller in &bdquo;Die Welt&ldquo;\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Feministin Alice Schwarzer will sich den Traum von einer Welt ohne Prostitution nicht nehmen lassen. Sie sagt: 90 Prozent der Prostituierten wollen aussteigen &ndash; viele aber k&ouml;nnen es nicht.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&bdquo;Wir fordern: Prostitution abschaffen&ldquo;: P&uuml;nktlich zu den Koalitionsverhandlungen haben 90 Prominente \u003Ca href=\"https:\u002F\u002Fwww.welt.de\u002Fpolitik\u002Fdeutschland\u002Farticle121285504\u002FDeutschland-das-Paradies-fuer-Sextouristen.html\" name=\"inlineLink_\">einen Aufruf unterschrieben\u003C\u002Fa>. Damit stellen sie sich gegen das Prostitutionsgesetz, das die rot-gr&uuml;ne Regierung 2002 das Gesch&auml;ft der Huren zu legalisieren versuchte. Experten glauben sowieso nicht daran, dass sich das &auml;lteste Gewerbe jemals aus der Welt schaffen l&auml;sst, die &bdquo;Emma&ldquo;-Herausgeberin \u003Ca href=\"https:\u002F\u002Fwww.welt.de\u002Fthemen\u002Falice-schwarzer\u002F\" name=\"inlineLink_\">Alice Schwarzer\u003C\u002Fa> hingegen schon. Sie will sich nicht den Traum von einer prostitutionsfreien Welt nehmen lassen, fordert aber ganz pragmatisch, erst mal die kleinen Schritte zu gehen. Dazu k&ouml;nnte sogar geh&ouml;ren, dass Bordelle verstaatlicht werden.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Frau Schwarzer, wem nutzt ein solcher Aufruf &ndash; den Huren oder den Unterzeichnern, die sie jetzt auf Ihrer Titelseite abbilden?\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Alice Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Es nutzt dem Thema und ist hoffentlich ein Ansto&szlig; f&uuml;r die &uuml;berf&auml;llige gesellschaftliche Debatte. Denn Prostitution ist in Deutschland heute gesellschaftsf&auml;hig. Sie gilt als cool. Wer einen solchen Aufruf unterzeichnet, muss sich vermutlich einiges anh&ouml;ren.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Das glauben Sie doch nicht wirklich. Der ARD-Tatort &bdquo;Wegwerfm&auml;dchen&ldquo; oder der ZDF-Film &bdquo;Operation Zucker&ldquo; haben f&uuml;r viel Emp&ouml;rung gesorgt.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Klar emp&ouml;rt sich dar&uuml;ber jeder, weil da Kinder betroffen waren. Aber die Lage erwachsener Prostituierter zu kritisieren, das ist bisher nicht angesagt. Da hei&szlig;t es gerne, Prostitution ist &bdquo;ein Beruf wie jeder andere&ldquo;. Die Frauen und M&auml;nner, die unseren Appell zur Abschaffung der Prostitution unterschrieben haben, geh&ouml;ren zu einer mutigen Minderheit.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Sie wollen Prostitution abschaffen. Das ist doch v&ouml;llig naiv.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Finden Sie? Das hat man vor gar nicht so langer Zeit auch von den Gegnern der Sklaverei gesagt.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Ja, und Sklaverei gibt es in vielen Teilen der Welt immer noch.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Ja, leider. Aber kein aufgekl&auml;rter, demokratischer Staat w&uuml;rde die Sklaverei noch dulden, verharmlosen oder gar propagieren &ndash; wie es Deutschland heute mit der Prostitution tut. Nur eine Welt ohne Prostitution, eine Welt, in der M&auml;nner nicht f&uuml;r einen Geldschein den K&ouml;rper und die Seele einer Frau benutzen k&ouml;nnen, w&auml;re eine humane Welt. Nahziel sind Schutz und Hilfe f&uuml;r die Frauen in der Prostitution &ndash; und die M&ouml;glichkeit zur Verfolgung der Menschenh&auml;ndler, Zuh&auml;lter und Bordellbetreiber, die f&uuml;r Wuchermieten Zimmer an die Frauen vermieten. Ja, und &uuml;ber die Bestrafung der Freier m&uuml;ssen wir auch reden. Sie sind es schlie&szlig;lich, die &uuml;berhaupt erst den Markt zum Frauenkauf schaffen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> In Stockholm mag das klappen, da braucht man nur ein paar Polizisten. Aber in einem Land wie Deutschland mit so vielen Gro&szlig;st&auml;dten und einer v&ouml;llig anderen Sozialstruktur ist das komplett unrealistisch.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Aus dem Mund der schwedischen Polizei h&ouml;rt sich das aber sehr praktikabel an. Die haben gro&szlig;e Erfolge &ndash; auch bei den Frauen, denen sie den Ausstieg anbieten. 75 Prozent der M&auml;nner und 93 Prozent der Frauen in Schweden sind inzwischen gegen das System Prostitution.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Schwedische M&auml;nner reisen nach Deutschland oder &Ouml;sterreich und bringen in zwei Wochen ihr Erspartes unter die Huren. Im Winter werden die Prostituierten in Bussen in die Steiermark gekarrt.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Mit der Prostitution ist es eben wie in der Finanzwelt. Wir brauchen eine globale Regulierung.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Die es auch in der Finanzwelt auf absehbare Zeit nicht geben wird. Ist es da nicht besser, Prostitution unter strenger staatlicher Kontrolle im eigenen Land anzubieten, statt die Freier ins Ausland zu treiben? Dann verdienen Prostituierte und Staat gleicherma&szlig;en, nicht aber Zuh&auml;lter und dubiose Zimmervermieter.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Das w&auml;re ein erster Schritt. Aber auch vor diesen Bordellen stehen die Zuh&auml;lter und kassieren. Vor allem, wenn es Frauen aus bitterarmen L&auml;ndern sind, die kaum ein Wort Deutsch sprechen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Was schlagen Sie vor?\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Wir m&uuml;ssen mit kleinen Schritten anfangen. Zuallererst sollten wir Mitgef&uuml;hl entwickeln. F&uuml;r jeden von uns ist es selbstverst&auml;ndlich, dass man einer alten Frau nicht auf den Kopf schl&auml;gt und ihr die Handtasche klaut. Was mit den Prostituierten gleich nebenan passiert, ist aber noch viel schlimmer. Wir haben ein gesellschaftliches Klima, in dem Prostitution nicht als &Uuml;bel verstanden wird. Im zweiten Schritt m&uuml;ssen wir bessere Gesetze machen, den Polizeiapparat st&auml;rken. Nur so k&ouml;nnen wir Menschenh&auml;ndler verfolgen, Zuh&auml;ltern und Bordellbesitzern das Leben schwer machen. Und drittens brauchen wir mehr Hilfe f&uuml;r die Frauen, aus dieser Szene auszusteigen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Was kann der Staat den Frauen an Perspektive bieten? Viele sind so kaputt, die k&ouml;nnen &uuml;berhaupt keinen normalen Job mehr machen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Das stimmt. Viele Frauen sind so abh&auml;ngig, so zerst&ouml;rt, so hilflos, dass es keinen anderen Weg mehr zu geben scheint. Aber das kann doch kein Argument sein, einfach zuzusehen. Ich habe schon oft f&uuml;r etwas gek&auml;mpft, das utopisch schien. Glauben Sie mir: Irgendwann wacht die Gesellschaft auf. Wer h&auml;tte zum Beispiel gedacht, dass sich die \"Welt\" eines Tages so vehement gegen Prostitution einsetzt?\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Fachleute sagen, es bewege sich etwas im Kampf gegen die dunklen Seiten der Prostitution. Was glauben Sie?\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Was hei&szlig;t &bdquo;dunkle Seiten&ldquo;. Die ganze Prostitution ist ein dunkles Kapitel und liegt wie ein schwerer Schatten &uuml;ber dem Verh&auml;ltnis der Geschlechter. Frauen sind das k&auml;ufliche Geschlecht &ndash; und M&auml;nner die (potenziellen) K&auml;ufer. Unser ethisches und unser Rechtsempfinden muss sich &auml;ndern.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Sie haben das Prostitutionsgesetz der rot-gr&uuml;nen Regierung aus dem Jahr 2002 scharf kritisiert. Wie gro&szlig; ist der Anteil dieses Gesetzes an der aktuellen Lage?\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Es ist entscheidend. Dieses Gesetz wurde von Anbeginn an f&uuml;r Menschenh&auml;ndler und Zuh&auml;lter gemacht, nicht f&uuml;r die Prostituierten. Da haben die Lobbyisten kr&auml;ftig mitgeschrieben &ndash; und einige Politikerinnen naiv mitgemacht. Die Frauen sind seither noch schutzloser. Mit Selbstbestimmung hat das f&uuml;r 95 Prozent der Prostituierten nichts zu tun. Das linke und liberale Milieu hat total versagt in der gesamten Sexualpolitik. Der Hauptfehler war die Leugnung der Machtverh&auml;ltnisse: zwischen Erwachsenen und Kindern bei der P&auml;dophilie, zwischen M&auml;nnern und Frauen in der Prostitution.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Die Konservativen sind da fortschrittlicher?\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Nein. Aber die haben wenigstens noch die gute alte Doppelmoral. Das ist besser als gar keine Moral. Den konservativen M&auml;nnern ist es wenigstens noch peinlich, ins Bordell zu gehen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Die Lobby-Verb&auml;nde der Prostituierten werben f&uuml;r den Beruf. Sie hingegen streiten ab, dass Frauen das freiwillig machen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Klar, dass die daf&uuml;r werben. Diese Verb&auml;nde sind in den H&auml;nden der Bordellbetreiber &ndash; und die verdienen an den Frauen. Ich habe in den vergangenen 40 Jahren noch nicht eine Frau kennengelernt, die den Job gerne gemacht h&auml;tte und nicht eigentlich aussteigen wollte. 90 Prozent aller Prostituierten wollen aussteigen &ndash; aber sie k&ouml;nnen es oft nicht.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Und was ist mit den Studentinnen, die sich nebenher schnelles Geld als Escort-Damen verdienen? Nach dem Motto: lieber anschaffen als putzen?\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Auch das gibt es nat&uuml;rlich. Ich f&uuml;rchte nur, der Kater kommt sp&auml;ter. Damit zerst&ouml;rt eine Frau sich nat&uuml;rlich jede Unbefangenheit in der Sexualit&auml;t. Doch vermutlich war sie schon vorher zerst&ouml;rt. &Uuml;ber 90 Prozent aller Prostituierten erlitten schon als Kinder Missbrauch. Frauen, denen das erspart geblieben ist, haben Gl&uuml;ck. Als ich 21 Jahre alt war, habe ich als Sprachstudentin in Paris gelebt. Damals habe ich f&uuml;r drei Francs die Stunde geputzt. Ich bin nicht einmal auf den Gedanken gekommen, stattdessen meinen K&ouml;rper zu verkaufen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Viele Frauen aus Osteuropa oder Afrika sehen gar keine andere Wahl, als sich zu prostituieren. Es ist eine existenzielle Frage.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> So ist es. Die meisten Prostituierten kommen aus den &auml;rmsten L&auml;ndern. 90 Prozent des so genannten Frischfleischs, das in Deutschlands Bordellen angeboten wird, kommt heute aus Bulgarien oder Rum&auml;nien. Es sind Armuts- und Zwangsprostituierte. Manche werden von ihren eigenen Familien verkauft. In dem Zusammenhang von Freiwilligkeit zu sprechen, ist der pure Zynismus.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Woher nehmen Sie solche Zahlen?\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Die k&ouml;nnen Sie sehr leicht auch selber recherchieren. Reden Sie mit der Polizei, den Sozialarbeiterinnen, gehen Sie in die Bordelle.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Das haben wir auch getan. Wie unser Prostitutionsatlas zeigt: Es gibt keine verl&auml;sslichen Zahlen &ndash; nicht einmal dar&uuml;ber, wie viele Huren in einer Stadt arbeiten.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Ihre Statistik zeigt nur, wie ineffektiv selbst auf der Ebene das Prostitutionsgesetz ist. Niemand hat ein Interesse, Transparenz in dieses dunkle Gesch&auml;ft zu bringen: nicht die heimlich arbeitenden deutschen Prostituierten, von denen es meist die eigenen Kinder nicht wissen, nicht die Armuts- und Zwangsprostituierten - und schon gar nicht die wahren Profiteure. Wir sind also auf Sch&auml;tzungen angewiesen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Was ist mit den wenigen deutschen Frauen, die sich noch prostituieren?\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Sie sind entweder in das Milieu hineingeboren worden. Oder sie haben schon als Kind lernen m&uuml;ssen, gef&uuml;gig zu sein, sich mit Sex Zuneigung zu erkaufen, sind also Opfer von Missbrauch. Irgendwann stellen sie dann fest, dass es daf&uuml;r sogar Geld gibt und ein bisschen Macht. Aber die verfliegt schnell. Was bleibt ist: Drei von vier Prostituierten sind abh&auml;ngig von Drogen und Alkohol, zwei von drei werden im Job vergewaltigt, zwei von drei leiden unter posttraumatischen St&ouml;rungen. Das sagen uns internationale Studien. Prostitution ist die h&auml;ssliche Fratze des strukturell ungleichen Verh&auml;ltnisses zwischen den Geschlechtern.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Warum der Geschlechter? Prostitution gibt es auch unter M&auml;nnern, und auch Frauen gehen zu m&auml;nnlichen Prostituierten.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Es ist in der Tat keine Frage des biologischen Geschlechtes, sondern eine des Machtverh&auml;ltnisses, in dem Menschen zueinander stehen.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Warum tut sich die Bundesregierung so schwer, dass Gesetz von 2002 zu ver&auml;ndern?\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Erst hat sich die SPD damit schwer getan, den eigenen Fehler einzugestehen. Und dann hat die FDP blockiert. Doch das ist nun nicht mehr das Problem.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Die Welt:\u003C\u002Fstrong> Die SPD-Frauen haben Ihren aktuellen Verbots-Aufruf nicht unterschrieben.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cstrong>Schwarzer:\u003C\u002Fstrong> Noch nicht. Aber die Vorsitzende der SPD-Frauen, Elke Ferner, hat uns geschrieben, dass sie und ihre Kolleginnen &bdquo;alle Forderungen des Appells richtig&ldquo; finden. Und sich &bdquo;auf jeden Fall f&uuml;r &Auml;nderungen des Gesetzes einsetzen&ldquo; werden. Die Zeit ist reif. Die Gro&szlig;e Koalition wird Schluss machen mit der Deregulierung des Prostitutionsmarktes und hoffentlich die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen f&uuml;r menschenw&uuml;rdigere Verh&auml;ltnisse.\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>Quelle:\u003Ca href=\"https:\u002F\u002Fwww.welt.de\u002Fpolitik\u002Fdeutschland\u002Farticle121496718\u002FNur-eine-Welt-ohne-Prostitution-ist-human.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> https:\u002F\u002Fwww.welt.de\u002Fpolitik\u002Fdeutschland\u002Farticle121496718\u002FNur-eine-Welt-ohne-Prostitution-ist-human.html\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cfont size=\"3\">**************************************************************************************\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cfont size=\"3\">\u003Cfont size=\"3\">**************************************************************************************\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cfont size=\"3\">\u003Cfont size=\"3\">\u003Cfont size=\"3\">**************************************************************************************\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">\u003Cfont face=\"Times New Roman, serif\">\u003Cfont style=\"font-size: 15pt;\" size=\"4\">\u003Cstrong>Offener Brief an A. Schwarzer: Dreizehn Punkte und Drei Fragen \u003C\u002Fstrong>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm; font-weight: normal;\">\u003Cfont face=\"Times New Roman, serif\">\u003Cfont size=\"2\">ver&ouml;ffentlicht von Freieroffensive\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">Sehr geehrte Frau Schwarzer, \u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden wettern und zetern Sie zur besten Sendezeit &uuml;ber M&auml;nner, die f&uuml;r Sex bezahlen. Am liebsten w&uuml;rden Sie uns verhaften und in ein kaltes feuchtes Loch stecken. Wir Freier erkennen uns in Ihren Tiraden nicht wieder. Eine Autorin Ihrer Zeitschrift EMMA fragt sogar: &bdquo;...das Gewissen. Wo wird das eigentlich abgestellt, w&auml;hrend der eigene Schwanz im Leib der Frau w&uuml;tet?&ldquo; In der aktuellen Debatte um Paysex werden aktive Sexarbeiterinnen kaum geh&ouml;rt. Und die sogenannten Freier melden sich nicht zu Wort. In Ihrer Kampagne gegen Sex als bezahlte Dienstleistung diabolisieren Sie die Kunden von Sexarbeiterinnen und fordern sogar ihre Kriminalisierung. Um Ihrer schlechten Meinung &uuml;ber uns - M&auml;nner, die f&uuml;r Sex bezahlen - etwas entgegenzusetzen, widmen wir Ihnen die folgenden 13 Punkte und drei kurze Fragen:\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">1) Bevor wir zum Paysex gehen, duschen wir und schneiden uns die N&auml;gel. Respekt ist oberstes Gebot, nicht nur, weil wir wissen, dass der Wald so heraus-, wie man in ihn hineinruft, sondern auch einfach, weil wir die meisten M&auml;dels m&ouml;gen. Eine weitere Regel ist: verlieb dich nicht in eine Hure, und andersrum bei den Damen: verlieb dich nicht in einen Freier. Die allermeisten halten sich dran. Telefonnummern tauschen wir gerne mit unseren Lieblingswanderhuren. Und sie mit uns. Sie ziehen von Stadt zu Stadt und von Wohnung zu Wohnung. Wenn sie wieder in unserer Region sind, schicken sie uns eine Nachricht und freuen sich auf unseren Besuch. Nein, wir denken nicht, dass sie sich freuen, weil wir so sexy sind. Wir wissen, dass Geld sexy macht. Aber auch ein(e) Barkeeper(in) oder ein(e) Taxifahrer(in) tut ihren Job nicht wegen der netten Klienten. Trotzdem freuen sich fast alle Dienstleister\u002Finnen &uuml;ber angenehme Kunden.\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">2) Blasen, Ficken, Quatschen, K&uuml;sschen links und K&uuml;sschen rechts, &bdquo;es war sch&ouml;n, bis zum n&auml;chsten Mal&ldquo;. Wir verlassen den Tatort mit einem Lied auf den Lippen, aber wir sind keine Vergewaltiger. Unsere Umgebung profitiert von unserer guten Laune, die einige Tage anhalten kann. Die meisten Frauen sind aus L&auml;ndern mit hoher Armut, aber auch deutsche Hausfrauen und Studentinnen &bdquo;schaffen an&ldquo;. Unterhaltungen werden auf Deutsch, Englisch, Spanisch, oder in anderen Sprachen, und in K&ouml;rpersprache gef&uuml;hrt. In der landl&auml;ufigen Vorstellung vom Freier gibt es zwei Typen: der eine, der nur &bdquo;das Eine&ldquo; will, und der andere, der nur reden will. Weit gefehlt. Wir wollen alles. Der AST (\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">\u003Cem>After Sex Talk\u003C\u002Fem>\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">) ist angenehm und anregend. Fast alle Frauen, die wir kennenlernen, sind selbstbewusst, stolz und interessant. Jeder von uns kann von Highlights berichten: Herrliche Erlebnisse mit himmlischen Frauen. Einige w&uuml;rden wir auf der Stelle weg heiraten oder h&auml;tten sie gerne als Freundinnen f&uuml;r immer an unserer Seite. Und halten Sie uns bitte nicht f&uuml;r bl&ouml;d. Paysex ist zwar ein bezahltes Spiel. Trotzdem wissen wir, wen wir vor uns haben. \u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">3) Genau besehen haben weder Frauen noch Freier ein Problem mit der Moral. Es ist \u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">\u003Cem>winwin\u003C\u002Fem>\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">. Die einen brauchen Geld, die anderen brauchen Sex. Das ist ein Gesch&auml;ft, und kein Zwang: weder zwingen wir den Frauen unser Interesse auf, noch \u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">\u003Cem>vice versa\u003C\u002Fem>\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">. Die ungl&uuml;ckliche Verbindung von Macht und Sex haben wir anderswo kennengelernt. Mit oder ohne Fingerring haben wir &ndash; in vielerlei Form - beim korrekten Beziehungssex oft mehr bezahlt als bei der gekauften Liebe. Nein, wir sind auch keine Beziehungs-looser, im Gegenteil. Aber es gef&auml;llt uns einfach, gut zu poppen. Was Paysex attraktiv macht, ist die Klarheit der Vereinbarung, die Augenh&ouml;he, die Abwesenheit von Macht. Sie werden nun sagen, das Geld sei die Macht. Richtig, Sex in Warenform und ein k&uuml;hles Bier haben eines gemeinsam: Beides muss bezahlt werden. Doch in Laufh&auml;usern, Clubs und Apartments treffen nicht machtgeile M&auml;nner auf &bdquo;gefallene&ldquo; Frauen, sondern erwachsene Alltagsmenschen unterschiedlicher Herkunft gehen eine Gesch&auml;ftsbeziehung ein. Und ob Sie es glauben oder nicht, in den Etablissements geht es meistens heiter bis lustig zu; eine dumme Welt voll harter Gegens&auml;tze l&auml;sst sich eben nur mit etwas Witz ertragen.\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">4) Wichtig ist: Wir sind nicht die Minderheit, sondern wir sind Mehrheit, wir sind Millionen. Nat&uuml;rlich sind wir nicht alle Edelfreier, sondern auch Schn&auml;ppchenj&auml;ger, Optikficker, Pornorammler, Romantiker, Exzentriker, Cowboys, Naturburschen, Liebeskasper, Mutters&ouml;hnchen, gro&szlig;e, kleine, naive, doofe, eingebildete, intelligente und gebildete Freier &ndash; um nur einige Typen zu nennen; einige SDLs (Sexdienstleisterinnen) bieten ihren Service auch f&uuml;r Frauen, Paare, und M&auml;nner und Frauen mit Behinderung an. Fast alle Freier werden best&auml;tigen, dass gegenseitiger Respekt zwischen Kunde und SDL Voraussetzung und Grundlage des gekauften Aktes sind. Dieser ist f&uuml;r uns - Frauen und Freier - nicht die h&ouml;chste Form der Liebe, sondern Massage, mit Illusion auf Zeit und H&ouml;hepunkt. Wir wissen, dass die Arbeit als SDL hart sein kann. Umso mehr sch&auml;tzen wir, wenn die Damen guter Laune sind. Wenn unser Geldbeutel es erlaubt, geben wir mehr als vereinbart. \u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">\u003Cem>Safe sex\u003C\u002Fem>\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\"> gibt es nicht, daf&uuml;r Regeln f&uuml;r \u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">\u003Cem>safer sex\u003C\u002Fem>\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">. Wer diese nicht befolgt &ndash; egal ob M&auml;nner oder Frauen -, bringt andere in Gefahr und geh&ouml;rt unserer Meinung nach strafverfolgt.\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">5) Und halten Sie die Frauen nicht f&uuml;r bl&ouml;d, auch sie wissen &uuml;ber uns sehr gut Bescheid. Sexarbeiterinnen sind nicht nur edle Frauen, sondern Freundin, Kumpel, Mutter, Domina, dicke, d&uuml;nne, laute, leise, strenge, harte, liebe, freche, naive, ausgebuffte, zornige, doofe, eingebildete, intelligente und gebildete Huren &ndash; um nur einige Typen zu nennen. Viele haben es faustdick hinter den Ohren. Anders w&uuml;rden sie gar nicht durchkommen, vor allem wenn sie in deutschen Landen nicht zu Hause sind. Auch Huren haben Berufsehre, und es soll welche geben, die gelegentlich ihren Spa&szlig; mit Kunden haben, zum Beispiel mit Stammkunden, die sie gut leiden k&ouml;nnen. Freier und Huren ergeben eine facettenreiche Vielfalt von Kombinationen. Ob die &bdquo;Chemie stimmt&ldquo;, entscheidet sich jedes Mal neu. Im Zentrum des Stelldicheins stehen dann recht einheitlich die &bdquo;11 Minuten&ldquo;, die Paul Coelho zum Titel seines kitschigen Bestsellers &uuml;ber Prostitution machte.\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">6) Wir wissen, dass mit unserem Geld ganze Familien in Rum&auml;nien, Bulgarien oder in der Karibik ern&auml;hrt werden. Oder das Studium wird finanziert, in Polen, Ungarn oder Deutschland. Wir halten uns nicht f&uuml;r gute Menschen, aber schlecht kann das nicht sein. Manche erz&auml;hlen uns von zu Hause, von Familie und von Kindern. Das Leben ohne Geld treibt sie in die Geldmetropolen. Zugegeben, einige M&auml;dels tragen das Verdiente wohl einem Taugenichts hinterher. Es ist jedoch nicht Prostitution, wenn eine Frau arbeitet und ein Mann schmarotzt. Man nennt diese Art von Arbeitsteilung Patriarchat. Wir paternalisieren die Frauen nicht, indem wir ihnen ungefragt Ratschl&auml;ge geben, was gut oder schlecht f&uuml;r sie w&auml;re.\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">7) Zwangsprostitution und Menschenhandel sind eine andere Angelegenheit; es ist der Tatbestand der Vergewaltigung. Wer Frauen bedroht, verletzt, oder sie verkauft, soll eingesperrt werden. Wir wissen wohl, dass es Freier gibt, die sich an echter Brutalit&auml;t oder mit Minderj&auml;hrigen aufgeilen. Wir sind jederzeit bereit, die Schweine anzuzeigen. Wenn wir selbst kriminalisiert werden, ist das nicht mehr m&ouml;glich. Je weniger die bezahlte Sexdienstleistung ge&auml;chtet ist, umso weniger Raum haben Menschenh&auml;ndler, sich in diesem Milieu zu tummeln; gigantische Gewinnmargen f&uuml;r mafi&ouml;se Banden sind nur in illegalen Gesellschaftssegmenten m&ouml;glich. Dem entsprechen die aktuellen Zahlen: Die F&auml;lle von Menschenhandel sind laut BKA seit Einf&uuml;hrung des neuen Prostitutionsgesetzes r&uuml;ckl&auml;ufig. Reflexartig nennen Sie, Frau Schwarzer, diese Zahlen &bdquo;nur die Spitze des Eisberges&ldquo; und verweisen auf eine geheimnisvoll ansteigende &bdquo;Dunkelziffer&ldquo;. Belege haben Sie nicht. Und selbst Wikipedia wei&szlig;, dass dem Terminus Zwangsprostitution \"entgegengehalten wird, dass er strukturelle Probleme von Migration und Wohlstandsgef&auml;lle in T&auml;ter-Opfer-Schemata zu pressen versucht\". Nicht nachpr&uuml;fbare Horrorzahlen zum Menschenhandel werden meistens benutzt, um gegen Armutsmigration Stimmung zu machen.\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">8) Der Gewinn der Unternehmer ist der Zweck der freien Marktwirtschaft. Deshalb gehen wir davon aus, dass Bordellbesitzer sich an uns eine goldene Nase verdienen. Trotzdem nehmen die Frauen aus Osteuropa in den Puffs der erfolgreichsten europ&auml;ischen Wirtschaftsnation noch ein Vielfaches von dem ein, was ihre M&auml;nner auf deutschen Gro&szlig;baustellen erarbeiten k&ouml;nnen. Sonst w&uuml;rden sie den Job ja nicht machen. Der global durchgesetzte Konkurrenzkampf macht sie zu Verlierern und Verliererinnen in ihren Herkunftsl&auml;ndern. Deshalb versuchen die Frauen hier an unser wertvolles Geld zu kommen. Was wir ihnen gerne geben. Besonders wenn wir entspannt und zufrieden nach Hause gehen. Dann wissen wir, dass der Betrag gut angelegt war. Zu unserer Begeisterung ist dies fast immer der Fall. Wir wissen wohl, dass wir Nutznie&szlig;er dieser weltweiten Wirtschaftsordnung sind. Allerdings sind wir nicht die Verursacher. Nebenbei bemerkt geh&ouml;ren wir auch nicht zur rasant ansteigenden Zahl deutscher Million&auml;re und Multimillion&auml;re. Von Konsumboykott halten wir nichts: das bringt weder den Frauen noch uns einen Vorteil.\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">9) Sie, Frau Schwarzer, malen ein v&ouml;llig anderes Bild vom Milieu der Sexdienstleistungen. Sodom und Gomorrha und der Vorraum zur Unterwelt dienen Ihnen als Matrix ihrer publikumswirksamen Assoziationen. Das eingangs erw&auml;hnte Zitat der EMMA-Autorin, einer katholischen Sozialarbeiterin aus S&uuml;ddeutschland, erinnert an mittelalterliche Folter durch Pf&auml;hlung, nicht an bezahltes Liebesspiel; wir vermuten &uuml;brigens, dass die Verfasserin an dieser Stelle ihre sexuellen Gewaltphantasien nicht mehr zur&uuml;ckhalten konnte. Die Dame gilt beim Deutschen Bundestag als &bdquo;Expertin zur Bek&auml;mpfung des Menschenhandels und der &Uuml;berwachung von Prostitutionsst&auml;tten&ldquo;. Ihr ist nicht fremd, was auch Freier wissen: &bdquo;In aller Regel arbeiten die Frauen f&uuml;r ihre Familien und schicken ihren gesamten Prostitutionserwerb nach Hause.Viele der Frauen sind nicht alleine hier. Sie werden begleitet von Br&uuml;dern, Cousins, von ihren Ehem&auml;nnern, von ihren V&auml;tern... Jeder Cent wird gespart und nach Hause geschickt... So kommt die typische Prostituierte aus Osteuropa, ist Anfang 20 und hat zwei oder drei Kinder im Heimatland&ldquo; (Sabine Constabel vor dem Dt. Bundestag, Juni 2013).\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">10) Wir wissen, dass Mut dazugeh&ouml;rt, irgendwo in Rum&auml;nien die Koffer zu packen, um in einem fremden Land Geld an fremden M&auml;nnern zu verdienen. Nicht wenige der Frauen haben eine Ausbildung, es gibt auch Akademikerinnen. Uns erz&auml;hlen sie, dass es sich in ihrer Heimat l&auml;ngst herumgesprochen hat, wie frau in Deutschland Geld verdienen kann. Viele - bei weitem nicht alle - kommen im Familienbetrieb hierher, aber ohne mit der Pistole am Kopf gezwungen zu werden. Andere organisieren unabh&auml;ngige Fahrgemeinschaften oder pendeln in Linienfl&uuml;gen. Wenn S. Constabel behauptet, die Frauen w&uuml;ssten nicht, worauf sie sich einlassen, gr&uuml;ndet sie diese Einsch&auml;tzung auf ihre langj&auml;hrige Arbeit in der Altstadt Stuttgarts, vor allem vom Stra&szlig;enstrich. Sie vergisst, dass den von ihr betreuten Klientinnen sehr wohl bekannt ist, dass sie Sozialarbeiterin ist und \u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">&ndash; \u003C\u002Ffont> wie andere Dienstleister\u002Finnen auch \u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">&ndash; \u003C\u002Ffont>ihre Arbeit nicht aus altruistischen Gr&uuml;nden tut. Zudem sind typische Helfernaturen stets in einer weltanschaulichen Mission unterwegs. &Uuml;berall auf der Welt, wo Arm auf Reich trifft, erz&auml;hlen deshalb die Mittellosen ihren professionellen Freunden genau das, was diese h&ouml;ren wollen. Alles andere w&auml;re f&uuml;r die Bittstellerin auch wenig nutzbringend. Das Gespr&auml;ch der (bezahlten) Helferin mit der hilfsbed&uuml;rftigen Hure ist kein herrschaftsfreier Dialog.\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">11) Sie, Frau Schwarzer, als auch ihre scheinheilige Sozialarbeiterin, sind ein Ausbund an Heuchelei. Ihr erkl&auml;rtes Ziel ist die Kriminalisierung der Freier und das Verbot der Prostitution. Sie geben sich dabei als Freundinnen und Helferinnen der Prostituierten aus. Auch wenn Sie mit der von Ihnen angestrebten Repression Menschenhandel und Zwangsprostitution f&ouml;rdern w&uuml;rden. Sie wollen die Sexarbeit abschaffen, indem sie den Sexarbeiterinnen die Einnahmequelle nehmen, und erkl&auml;ren dies zu einer Schutzma&szlig;nahme f&uuml;r die Sexarbeiterinnen. Eine seltsame und absurde Logik. Haben Sie die Betroffenen denn gefragt? Solange Sie nicht in der Lage sind, allen SDLs, die in Deutschland arbeiten, einen Arbeitsplatz als Chefredakteurin zu vermitteln, nehmen wir Ihnen nicht ab, dass Sie es ehrlich meinen. Da von vorneherein klar ist, dass sie das weder wollen noch k&ouml;nnen, ist die Funktionalisierung der Frauen eine verachtenswerte Angelegenheit. Wir selbst w&uuml;nschen jeder unserer Freundinnen auf Zeit viel Gl&uuml;ck und Erfolg, wenn sie sich woanders nach einem Job umsehen.\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">12) In Ihrem Kreuzzug gegen Sex als Dienstleistung basteln Sie flei&szlig;ig am &ouml;ffentlichen Antiprostitutionsdiskurs. Ein wesentlicher Baustein dieses Diskurses gegen die bezahlte Sexdienstleistung ist die systematische Gleichsetzung von Zwangsprostitution mit freiwilligem Sex f&uuml;r Geld: Bezahlter Sex soll sich als Metapher f&uuml;r Gewalt und Ausbeutung ins Hirn der B&uuml;rger einbrennen. Sie wollen erreichen, dass Frauen, die wegen der vergleichsweise guten Verdienstm&ouml;glichkeiten daf&uuml;r entscheiden, in diesem Gewerbe zu arbeiten, pauschal zu Vergewaltigungsopfern stigmatisiert werden. Das ist gequirlter Quatsch mit So&szlig;e. Sie entm&uuml;ndigen die Frauen, die die Preise aufrufen, und verteufeln die M&auml;nner, die sie buchen. Wir stellen einen wesentlichen Teil der Bev&ouml;lkerung. Seltsam ist, dass weder Freier noch Huren in Ihre vermeintliche Hilfsaktion miteinbezogen werden. Warum Sie das nicht tun, ist klar. Das geliebte Klischee von T&auml;ter und Opfer w&uuml;rde wanken, wenn ein repr&auml;sentativer Querschnitt der Betroffenen zu Wort kommen w&uuml;rde. Das Ziel Ihrer Kampagne, ein Klima der Verunglimpfung und Verleumdung zu schaffen, w&uuml;rde Schaden nehmen. Flankiert werden Ihre Bem&uuml;hungen von engagierten Tatortkommissar\u002Finnen und den reaktion&auml;rsten Kardin&auml;len, die die katholische Kirche zu bieten hat.\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">13) Bei der Analyse Ihrer Text- und Wortbeitr&auml;ge f&auml;llt auf, dass Sie vors&auml;tzlich direkten Zwang und die Gewalt der Armut durcheinanderwerfen. Dazu werden anr&uuml;hrende Anekdoten aus der Sozialarbeiterklientel der Rotlichtviertel erz&auml;hlt. Meist sind sie vom Stra&szlig;enstrich, einem Teil des Sexgewerbes, der nicht repr&auml;sentativ ist. Sicher sind die Beispiele wahr, aber nicht einmal f&uuml;r den Stra&szlig;enstrich charakteristisch. Das publizistische Produkt Ihrer Arbeit liegt unter Bildzeitungsniveau und hat weder mit den Lebenswelten der Sexarbeiterinnen, noch mit der Wirklichkeit in Bordellen, Clubs und Laufh&auml;usern, noch mit der Einstellung normaler Freier zu Frauen zu tun. Wir wissen, dass jede irgendwie ihr Geld verdienen muss. Sie tun es, indem Sie ein absichtlich verzerrtes, aber rei&szlig;erisches Bild vom Sexgewerbe verkaufen. Es geht Ihnen nicht um die Abw&auml;gung von Argumenten zum Vorteil ausgebeuteter Frauen, sondern ihr Ziel ist die gewaltsame Ausmerzung einer jahrtausendealten Interaktion der Geschlechter. Diese ist in Deutschland momentan nicht verboten und passt nicht in Ihr bigottes Weltbild. Wir sind ganz auf Ihrer Seite gegen Vergewaltigung, Zwangsprostitution und Menschenhandel. Aber wir halten Ihre Hetze gegen die bezahlte Sexdienstleistung f&uuml;r kontraproduktiv, langweilig, uralt, verlogen, und gef&auml;hrlich. Bezahlter Sex ist nicht entw&uuml;rdigend f&uuml;r Frauen, und es ist keine Schande f&uuml;r M&auml;nner, f&uuml;r Sex zu bezahlen. \u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">\u003Cstrong>Drei Fragen an Frau Schwarzer:1) Warum soll Sex denn keine Ware sein? (Wenn schon das Essen, das wir essen, und das Wasser, das wir trinken, Ware ist. Anders als Sex sind Essen und Trinken sogar prim&auml;re Bed&uuml;rfnisse. Und da soll Sex kostenlos sein? Nur die Luft zum Atmen ist (noch) kostenlos.)2) Warum sollte eine erwachsene Frau nicht die Gelegenheit ergreifen d&uuml;rfen, binnen drei Tagen zu verdienen, was sie in ihrem Heimatland in drei Monaten nicht verdienen w&uuml;rde?3) Warum kann Frau Schwarzer sich Frauen immer nur als Opfer, und M&auml;nner nur als (&Uuml;bel)t&auml;ter vorstellen?\u003C\u002Fstrong>\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">Wir freuen uns, wenn Frau Maischberger und Herr Jauch zur n&auml;chsten Show mit Frau Schwarzer auch wortstarke Freier einladen. Wir rufen alle sogenannten Freier dazu auf, Frau Schwarzers Schmutzpropaganda offensiv zu widersprechen. \u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,\u003C\u002Ffont>\u003Cfont face=\"verdana, sans-serif\">Manuel K&ouml;hler, Patrick Maurer, Daniel M&uuml;ller, Thomas Schuster, Martin Weber\u003C\u002Ffont>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp style=\"margin-bottom: 0cm;\">Quelle:\u003Ca href=\"http:\u002F\u002Ffreieroffensive.blogspot.de\u002F\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> http:\u002F\u002Ffreieroffensive.blogspot.de\u002F\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>&nbsp;\u003C\u002Fp>\n\u003Cp>\u003Cspan style=\"text-decoration: underline;\">\u003Ca href=\"\u002Ftexte\u002Fdas-verbot-von-prostitution-zwischen-freiheit-und-zwang-teil-2\u002F2\">Hier weiterlesen - Teil 2\u003C\u002Fa>\u003C\u002Fspan>\u003C\u002Fp>",1789263598451]